Als ich vor fünf Jahren den Schritt wagte, zu einer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker und deren Angehörige zu gehen, ging es mir sehr schlecht. Ich lebte seit mehreren Jahren mit einem Partner zusammen, dessen Alkohol-konsum sich von von Jahr zu Jahr gesteigert hatte, und mit den zunehmenden Mengen an Schnaps und Bier nahmen auch die Probleme innerhalb unserer Beziehung zu.
Ich machte ihm Vorwürfe, er versprach nichts mehr zu trinken, wobei diese Versprechen in der Regel schnell wieder gebrochen wurden, also war ich enttäuscht, er wiederum hatte ein schlechtes Gewissen und trank daraufhin noch mehr.
Wir befanden uns in einem Teufelskreis, der allmählich unser ganzes Leben bestimmte. Zu meiner Enttäuschung gesellten sich oft Wut und eine Aggressionsfähigkeit, die ich von mir gar nicht kannte, gleichzeitig hatte ich Angst um ihn und um unser gemeinsames Leben, denn ich wollte ihn nicht verlieren, da es ja schließlich auch schöne Stunden gab. Diese innere Zerrissenheit machte mich krank. Die Situation schnürte mir regelrecht die Kehle zu, ich bekam Asthma und litt unter Depressionen.